Der Kinderball - Abraham Emanuel Fröhlich - Страница 1 из 27


warmen Frühlingstage im Walde, auf den Höhen ob ihrem
vaterländischen Rheine. Hugo, ihr Führer, hatte sich
schon lange wieder nach Deutschland zurückgesehnt; er suchte,
wenn er den Winter in Süden oder Norden zugebracht, den Mai in
deutschen Gauen zu feiern. Vergnüglich lagen die Freunde im
Schatten und Blumen auf einer Waldwiese, neben der einsamen Schenke,
wo sie einen Schatz alten Weines gefunden, dessen Pracht sie nun an
der Sonne leuchten ließen. Die linden Zweige der sich über
ihnen wölbenden Buchen, die durch den Wald glitzernden rothen
Lichter, die Maien-Wolken und der blaue Himmel spiegelten sich im
dunkeln Purpur, der die Flaschen füllte. Es war den
Fröhlichen, als sögen sie aus demselben den ganzen
Frühling mit all seiner Kraft und Fülle in sich. Sie
ließen sich von ihrem Diener aus dem Wagen, der ihnen die
Instrumente nachfühlte, die Geigen reichen und sangen, sich
selbst begleitend, folgendes Lied: »Wir fahrenden
Sänger sind arm und reich:
Ja Vögel der Lüfte, die sind uns gleich:
Sie wohnen im Halmen,
Sie thronen auf Palmen,
Sie suchen das grünende Schattendach,
Sie ziehen dem Frühling und Sommer nach. Wir
ziehen dem Frühling und Sommer nach.
Und allwärts und nirgend ist unser Dach:
Wir siedeln uns wieder
Und fiedeln die Lieder;
Wer jung noch und lustig, der lädt uns ein,


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