Die Verschüttung im Hauenstein - Abraham Emanuel Fröhlich - Страница 1 из 108


Hauenstein. Eine Erzählung Zürich, Druck und
Verlag von Friedrich Schultheß. 1858.
Die Verschüttung im
Hauenstein Auf der Sommerau bei Oberhofen im Schwarzwald schaute
Margarita, die Magd des reichen Bauers, seit einigen Tagen öfter
von der Arbeit weg auf die Landstraße hin, welche über die
westliche Höhe jenseits ins ebnere Land hinunter führt. Wie
sie hübsch, gesund und kräftig war, hatte auch ihr
schönes, schwarzes Auge eine besondere Stärke, und sie
konnte die ganze Stunde weit, da wo die Straße durch die
Waldlücke auf die Hochebene steigt, nicht nur einen Wagen
heraufkommen sehen und sagen, mit wie viel Pferden er bespannt sei,
sie gab auch die Zahl der in den Einschnitt des Waldes tretenden
Wanderer an und fast auf eine halbe Stunde weit unterschied sie die
einzelnen Bekannten. Vom Felde und Brunnen, aus dem Stall, der Scheune
und Küche schaute sie so seit einigen Tagen zumal am Abend auf
die Landstraße hin, und da es gerade Vollmond war, dann noch
lange aus ihrer Kammer, deren Fenster gen Abend sah über die
flacheren Hügel und die breiten Felder und hinter diesen zur
westlichen Waldhöhe und deren Landstraße. Aber wie sie da
aus ihrem Fenster zwischen Rosmarin und Blumen in die helle Nacht
hinausschaute, die Sterne höher stiegen und der Mond endlich
über dem Walde unterging und die Straße daher nicht kam,


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