Das Buch der 1000 Wunder - Artur Fürst - Страница 1 из 652


»1000 Wunder«, sondern nur deren sieben kannte die Welt
des klassischen Altertums. Sie besaß weit mehr an
Schöpfungen, die in unserm Sinn wunderbar waren, aber weder die
tiefen Erkenntnisse der Philosophen, noch die ehernen Werke der
Dichter oder die Bildsäulen von unsterblicher Schönheit
wurden in den engen Kreis der offiziellen Wunder aufgenommen. Diesen
ward nur zugerechnet, was ungewöhnlich groß,
außerordentlich kostbar war oder die Überwindung besonderer
Schwierigkeiten bei seiner Herstellung gefordert hatte. Phidias
hatte wahrscheinlich manches Werk geschaffen, das künstlerisch
weit wertvoller war als der Zeus von Olympia, aber bei diesem war die
größte Menge kostbarer Stoffe verwendet; der Dianatempel zu
Ephesus reicht an Schönheit bei weitem nicht an die Akropolis von
Athen heran, aber er war viel größer und besaß weit
mehr Schmuckfiguren; so wurden diese beiden Schöpfungen vom Volk
den Wundern beigesellt. Es sind richtige Volkswunder, die wir hier vor
uns haben, von der Menge nach äußerlichen Gesichtspunkten
zu der schon damals heiligen Siebenzahl gereiht. Sie geben keinen
richtigen Maßstab für den wirklichen Wunderbesitz der
altklassischen Welt. In unserer Zeit könnte von diesen sieben
Wundern, wenn sie alle erhalten geblieben wären, nur noch ein
einziges den gleichen Sonderrang einnehmen. Und dieses eine Wunder
gerade besitzen wir wirklich noch heute in fast unveränderter


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