Krauskopf und Goldlöckchen - Caroline Auguste Fischer - Страница 1 из 21


Die Fee Soline hatte seit mehreren Jahren über verschiedne
Königreiche regiert. Ihr heller Kopf und ihr großes Herz
erregten die allgemeine Bewunderung. Aber ach! sie selbst war nicht
glücklich! – Größer, denn alles, was sie umgab;
wie hätte sie es seyn können. Rastlose Thätigkeit
des Geistes war ihr bis jetzt der höchste Genuß; aber diese
Thätigkeit schien zwecklos zu werden. Was sie auch thun mochte,
die Menschen zu sich zu erheben, sie fand sie immer wieder gesunken.
»Nein! – rief sie eines Morgens – ich reiße
mich los! Diesem wahnsinnigen Haufen kann es einerley seyn, von wem er
regiert wird!« Unerschütterlich gegen die Bitten ihrer
Räthe, legte sie wenige Tage nachher die Krone nieder, und zog
sich auf eine Insel zurück, die man seitdem die Glückliche
nannte. Sie schien diesen Nahmen nur zu verdienen, weil sie von
Kindern bewohnt wurde. Sobald diese das sechszehnte, höchstens
das siebzehnte Jahr erreicht hatten; wurden sie, durch irgend einen
unglücklichen Zufall, von der Insel entfernt, und kehrten nie
wieder dahin zurück. Auf diese Weise hätte nun das
kleine Land sehr bald entvölkert werden müssen; wäre es
nicht durch die Fee immer wieder mit neuen Bewohnern versehen worden.
Da ihr schönes Gemüth weit umher bekannt war; so konnte es
ihr nicht an Gelegenheiten dazu fehlen. Aber nie kehrte sie froher in
ihr kleines Reich zurück; als da Krauskopf und Goldlöckchen


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