Aslauga's Ritter - Friedrich de la Motte Fouqué - Страница 1 из 53


Zeiten ein edler Herr, der hieß Frode der Skaldenfreund, also
benannt, weil er nicht allein alle rühmlichen und edlen
Sänger gern in seiner schönen Burg bewirthete, sondern auch
von den uralten Liedern, Sprüchen und Sagen mit großer
Mühe aufzufinden strebte, was noch in Runenschrift oder auf andre
Weise irgendwo übrig war. Er hatte selbst in dieser Absicht
einige Fahrten nach Island gethan und dabei blutige Kämpfe mit
den Seeräubern gehalten, wie er denn überhaupt ein gar
männlicher Ritterheld war und seinen großen Altvordern
nicht nur in Liedern nachspürte, sondern ihnen auch nacheiferte
mit dem Schwert. Obgleich er noch fast in den Jahren der
Jünglingsblüte stand, vereinten sich doch alle andern
Edelherren des Eilandes gern seinen Nachschlagen und seinem Banner, ja
es war sein Ruhm schon über das Meer nach dem nachbarlichen
deutschen Reiche hinüber gezogen. So wollte er es aber auch, denn
es hatte ihm das Herz gebrochen, hatte er glauben müssen, von ihm
würden dermaleinst keine Lieder gesungen werden und keine Sagen
erzählt. An einem schönen Herbstabende
saß dieser ehrliebende Herr vor seiner Burg, wie er es gern zu
thun pflegte, um recht weit nach allen Seiten in Land und See hinaus
schauen zu können und auch um die vorbeiziehenden Wanderer,
seiner edlen Gastlichkeit nach, zu sich einzuladen. Aber heute sah er
nur wenig von Allem, wonach er sonst auszublicken gewohnt war, denn


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