Die wunderbaren Begebenheiten des Grafen Alethes von Lindenstein - Friedrich de la Motte Fouqué - Страница 1 из 295


Begebenheiten
des Grafen
Alethes von Lindenstein Vorbericht In
der trüben Zeit, wo durch Gottes damals unerforschlichen, jetzt
aber wohl Allen, die Augen haben, klargewordnen Rathschluß ein
dumpfzerdrückendes Band über unserm deutschen Vaterlande
lag, und es mir beinahe vorkam, als seye für Männer von
gesetzlichem Sinn die Bahn zu ächten Thaten durch ehrne Riegel
verschlossen, – in der Zeit, wo ich die Lust und das Vertrauen
für das Erdenleben nur durch die Aussicht auf beglücktere
Nachkommen zu erhalten wußte, – in Mitten all dieses
ängstigenden Leidens geschah es, daß ich die vorliegende
Geschichte zu schreiben begann. Ich that es nicht eben für ein
Publikum, ich müßte denn allenfalls das ganz kleine
darunter verstehen, dem ich alle Abende etwas vorzulesen pflegte, bald
von mir gedichtet, bald von Andern. Diese befreundeten Menschen
sollten denn allenfalls auch den Alethes hören, und sich daran
ergötzen, aber eigentlich strömte ich ihn hin, um dem
Andrange des wildverstörten, bald klagenden, bald sehnenden, bald
zürnenden Herzens irgend ein Genüge zu thun. Da
begannen denn nach und nach solche Zeichen der Zeit innerlich und
äußerlich merkbar zu werden, daß auch ich auf ganz
andre Gedanken und Bestrebungen gerieth. Die ersten drei Bücher
des Alethes waren geschrieben. Ich ließ ihn liegen, und schenkte
die Handschrift einem Freunde, und verordnete in meinem letzten


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