Erinnerungen aus meinem Leben - Gustav Freytag - Страница 1 из 308


wie diesen Erinnerungen ein Vorwort beizugeben – wenn dennoch
einige Zeilen auf dieser ersten Seite stehen, so sollen sie sich
weniger auf das Buch als auf den Herausgeber beziehen. Was ihn bewog,
diese Aufzeichnungen einem großen Leserkreis zuzuführen,
war nicht allein der Name Gustav Freytags – der immerhin
anziehend genug ist, um auch Interesse für sein Leben
vorauszusetzen – sondern mehr noch die lebendige Darstellung
einer eigentümlichen und bedeutsamen Spanne Zeit zwischen
Zöpfigkeit und dem Aufklang neuen Zeitalters, die Freytag
durchlaufen und mit offenen Augen erlebt hat. Bisher versteckt in der
großen Gesamtausgabe, sehr zum Unrecht kaum neben anderen
Lebenserinnerungen genannt, glaubt der Herausgeber, daß gerade
heute sich viele Leser dieses Buches erfreuen werden. Es ist kein
aufregendes Geschehen in diesen Blättern, die dennoch von Anfang
bis Ende fesseln. Wunderliche Kleinstadt an polnischer Grenze, mit
wunderlichen Menschen und Vorkommnissen, Schlesien, Preußen,
Sachsen, Männer der Wissenschaft, Kunst, Literatur, Theater,
Politik, Journalismus, das tolle Jahr, literarische Werkstatt –
das alles zieht bunt und abwechslungsreich vorüber, spiegelnd
Fernes und Verschwundenes, Großes und Kleines, Wechselndes und
Bestehendes. Einige Kürzungen wurden nur vorgenommen, um
manche Breiten zu mindern und für den Leser von heute zu runden;
Wesentliches fiel dabei nicht zum Opfer. Greiz, Neujahr


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