Frau Bovary - Gustave Flaubert - Страница 1 из 511


Rektor ein, ihm zur Seite ein »Neuer«, in
gewöhnlichem Anzuge. Der Pedell hinter den beiden,
Schulstubengerät in den Händen. Alle Schüler erhoben
sich von ihren Plätzen, wobei man so tat, als sei man aus seinen
Studien aufgescheucht worden. Wer eingenickt war, fuhr mit auf.
Der Rektor winkte ab. Man setzte sich wieder hin. Darauf wandte er
sich zu dem die Aufsicht führenden Lehrer. »Herr
Roger!« lispelte er. »Diesen neuen Zögling hier
empfehle ich Ihnen besonders. Er kommt zunächst in die Quinta.
Bei löblichem Fleiß und Betragen wird er aber in die Quarta
versetzt, in die er seinem Alter nach gehört.« Der
Neuling blieb in dem Winkel hinter der Türe stehen. Man konnte
ihn nicht ordentlich sehen, aber offenbar war er ein Bauernjunge, so
ungefähr fünfzehn Jahre alt und größer als alle
andern. Die Haare trug er mit Simpelfransen in die Stirn hinein, wie
ein Dorfschulmeister. Sonst sah er gar nicht dumm aus, nur war er
höchst verlegen. So schmächtig er war, beengte ihn sein
grüner Tuchrock mit schwarzen Knöpfen doch sichtlich, und
durch den Schlitz in den Ärmelaufschlägen schimmerten rote
Handgelenke hervor, die zweifellos die freie Luft gewöhnt waren.
Er hatte gelbbraune, durch die Träger übermäßig
hochgezogene Hosen an und blaue Strümpfe. Seine Stiefel waren
derb, schlecht gewichst und mit Nägeln beschlagen. Man
begann die fertigen Arbeiten vorzulesen. Der Neuling hörte


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