Gedanken eines Zweiflers - Gustave Flaubert - Страница 1 из 14


Übertragen von Arthur Schurig Geschrieben 1838, als Flaubert
17 Jahre alt war. (Aus dem Nachlass) Im Norden wie im Süden,
im Osten wie im Westen, überall, wo ihr geht, könnt ihr
nicht einen Schritt tun, ohne daß Zwangsherrschaft,
Ungerechtigkeit, Geiz, Habgier euch voller Selbstsucht
zurückstoßen. Überall, sage ich euch, werdet ihr auf
Leute geraten, die euch zurufen: »Geh mir aus der Sonne!«
– »Hebe dich weg! Du betrittst den Sand, den ich mir auf
die Erde gestreut!« – »Kehr um! Du bist auf meinem
Grund und Boden!« – »Zurück! Du atmest Luft,
die mir gehört!« Ja, ja! Der Mensch ist ein durstiger
Wanderer; er bittet um Trinkwasser; man verweigert es ihm, und er geht
zugrunde. Die Gewalt lastet schwer auf den Völkern, und ich
fühle, es ist schön, sie von ihr zu befreien. Ich
fühle, wie mein Herz bei dem Worte Freiheit vor Freude lauter
klopft, wie ein Kinderherz vor dem Worte Gespenst. – Und doch
ist eins wie das andere Wahn. Ein Trugbild, das verwehen, eine Blume,
die verwelken muß. Mehr nicht. So manche werden es versuchen,
sie zu erringen, die herrliche Freiheit, die Fürstin aller
Träume, den Abgott der Völker. Viele werden es wagen, aber
sie werden unter der Last ihrer Bürde zusammenbrechen. Es war
einmal ein Pilger, der durch die große Wüste Afrikas
wanderte. Er hatte die Kühnheit, einen Weg einzuschlagen, der
seine Reise um sieben Meilen verkürzte, dafür aber


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