Gebt mir meine Wildnis wieder - Heinrich Federer - Страница 1 из 78


von Heinrich Federer (1918) Inhalt
        Vorwort
»Gebt mir meine Wildnis wieder!« Das
Zahnweh der kleinen Agna Im Felsenstädtchen Narni
San Benedettos Dornen und
    San Francescos Rosen Santissima
Trinità Glückliche Faulenzer! Die
gotischen Eichen Campagna-Vision
Lieber Leser! Ich führe dich nach Umbrien. Und
indem weiß ich, daß du mit Italien im Kriege stehst.
Aber nicht mit dem Italien dieser Blätter! Nicht mit der lieben
Agna von Trevi, noch mit dem armen Einsiedler und noch ärmern
Papst Peter Morone. Nicht einmal mit des Königs
Prinzeßchen, und schon gar nicht mit den Pilgern im Sabiner
Gebirge, den Jüngern Sankt Benedikts oder den einsamen Bauern der
Campagna. Die haben nie Krieg gewollt. Die teilten ihr letztes Brot
mit dir und sagten zum Abschied: Pace! so echt, wie das Friedenswort
sonst nirgends schallt. Glaube mir, sie leiden wie du! Aber es
kommt der Tag der Bruderschaft, so wahr der Morgen stärker als
der Abend und das Herz besser als der Verstand ist. Und dann wird auf
irgendeinem Sankt Bernardinpaß sich das Du wieder begegnen, das
nordische und das südliche, das Du des gleichen Adam, und sich
die Bruderhand reichen. Bis dahin, wenn dich Bitterkeit
beschleicht, verweil dich ein wenig in diesen Kapitelchen vom Frieden


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