Fabeln - Jean de La Fontaine - Страница 1 из 41


prügelten um einen Esel sich,
den sie geraubt; behalten wollte ihn der eine, verkaufen
gleich der andre. Jämmerlich
zerbläut das edle Paar sich drum in blut'gem Raufen.
Ein dritter Spitzbub kommt zum Ort –
und führt den Meister Langohr fort. Manch armes
Land ist wohl dem Esel zu vergleichen,
und mancher Fürst aus fernen Reichen,
wie aus Sibirien, Ungarn oder der Türkei,
den Dieben. Statt der zwei sind's manchmal drei –
nur allzu häufig ist die Sorte heute!
Doch von dem Kleeblatt fällt oft keinem zu die Beute:
Ein vierter Räuber kommt daher und – schnapp,
jagt er den Esel ihnen ab. La Fontaine Der Wolf und
der Hund Ein Wolf, der nur noch Knochen war und Haut –
denn wachsam waren stets die Schäferhunde – ,
traf eine Dogge, stark und wohlgebaut,
glänzenden Fells und feist, die jagte in der Runde.
»Ha«, dachte Meister Isegrim, »nicht schlecht,
zum Frühstück wäre die mir recht!«
Doch stand bevor ein Kampf, ein heißer,
und unser Hofhund hatte Beißer,
gemacht zu harter Gegenwehr.
Drum kommt der Wolf ganz freundlich her
und spricht ihn an, so ganz von ungefähr,
bewundernd seines Leibes Fülle.
»Dir, lieber Herr, wär's Euer Wille«,
erwiderte der Hund, »ging' es so gut wie mir!
Verlaßt das wilde Waldrevier.
Eure Vettern hier sind ohne Zweifel


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