Gedichte - Johannes Daniel Falk - Страница 1 из 23


Bist du auch vorangegangen
In das Schattenland?
Dort, wo Sehnsucht und Verlangen
Jeden Wunsch verbannt. Täglich steh’ ich hier am
Fenster,
Und mein Auge schaut,
Ob kein Fenster sich eröffnet
Meinem Klagelaut. Leuchtet mir herein der Morgen:
Hell den Blick und klar,
Tret’ ich betend zu der Musen
Ewigem Alter. Ja das schönste Glück des Lebens
Ist ein frohes Lied,
Das dem Dichter einer Musen
Göttergunst beschied. Oft erhören mich die
Guten:
Dunkelm Gram entrückt,
Ist es ihre holde Gabe,
Welche mich entzückt. Doch es fehlt Corona
Schröter,
Aller Anmuth reich,
Freundin mir und heitere Muse,
Beides mir zugleich: Die ich liebte, die ich ehrte,
Warm aus treuer Brust,
Mehr als ich und sie es selber
Lebend einst gewußt: Bis ein Tag, der ihr auf ewig
Beide Lippen schloß,
Mir die meinen unverzüglich,
Und zur Klag’ erschloß. Schon an ihres Hauses
Schwelle
Klingt die Tür mir oft:
Hab’ ich doch; du müßtest rufen,
Hinter mir gehofft. An dem Markt entbrennen Lampen,
Milden Abendscheins:
Licht umstrahlt ein jedes Fenster:
Dunkel ist nur deins. Wo zurück im stillen Erker
Du dein Bild mir rufst,
Wenn du sittig Frauenwerke
Mit der Nadel schufst. Bald ein Liedchen zur Guitarre


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