Anklagen gegen Deutschland - Karl Federn - Страница 1 из 432


die über die Entstehung des Weltkrieges geschrieben wurden, hat
das Buch «J'accuse» am meisten Aufsehen erregt. Es kam
einer Welttendenz entgegen, die Deutschland die Schuld am Kriege
beimass; dass der Verfasser sich mit Recht oder Unrecht einen
Deutschen nannte und sich der Liebe zu seinem Vaterland rühmte,
musste es den Gegnern Deutschlands noch wertvoller machen; leicht und
breit geschrieben, mit Argumenten arbeitend, die verbreiteten
Ansichten entsprachen, erreichte es einen ausserordentlichen Erfolg.
Das Buch nannte sich «J'accuse» nach dem denkwürdigen
Aufsatz des grossen Franzosen, den dieser, mit vollem Namen zeichnend,
auf Grund langer, mühevoller und eingehender Prüfung eines
dunkeln Rechtsfalles geschrieben hatte. Zolas Arbeit war ein
kurzer Aufsatz, aber jeder Satz schweren Inhalts voll, das Werk eines
Mannes, der Gericht und Gefahr um der Wahrheit willen für sich
herausforderte. Hier schrieb einer, mit unendlicher Breite sich
beständig wiederholend, ein dickes Buch von vierhundertsiebzig
Seiten, der seinen Namen verbirgt und der Gefahr ausweicht. Das nimmt
nicht für den Verfasser ein. Er könnte erwidern: auch
namenlose Schriften haben der Wahrheit gedient – zwar selten,
denn wer die Wahrheit wirklich liebt, den drängt es, mit seiner
Person für sie einzustehen; aber es ist vorgekommen. Die
Dicke des Bandes könnte er mit dem ungeheuren Stoff
entschuldigen; dass er als Deutscher gegen Deutschland schrieb,


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