Hauptmann Latour - Karl Federn - Страница 1 из 287


Hauptmann kurz vor dem Krieg aus dem Grossen Generalstab zu einem
Feldartillerieregiment im östlichen Deutschland versetzt worden.
Niemand konnte sich dieses plötzliche Ende einer bevorzugten
Karriere erklären. Talbot selbst schwieg. Sein Vater, der als
verabschiedeter Generalleutnant in Baden-Baden lebte, vermochte nichts
zu erfahren. Von seinem Sohn erhielt er auf seine Frage nur eine
lustige Karte zur Antwort, die ihn nicht aufklärte. Eine
Verwandte, die an einem kleinen Hof lebte, setzte den Generalleutnant
von dem Gerücht in Kenntnis, wonach die Liebe einer
hochgestellten Dame zu dem jungen Offizier und das unliebsame
Aufsehen, das die Sache erregt hatte, der Grund gewesen wäre.
Talbots Mutter, die Baronin Eileen Latour, die Irin war und alles
Schlimme, das sich in ihrer Familie ereignete, auf englische
Einflüsse zurückführte, war überzeugt, dass eine
Urlaubsreise ihres Sohnes nach England, von der er erst im April 1914
zurückgekehrt war, mit seiner Versetzung im Zusammenhang stehen
müsste. Der Einzige, der sich über die Sache nicht
aufzuregen schien, war Talbot Latour selbst. Seine neuen
Vorgesetzten erfuhren aus der Konduite des hageren schwarzhaarigen
Offiziers neben vielem Lob auch, dass er ein schwieriger Untergebener
sei. Er übernahm die dritte Batterie des Regiments und hatte sich
bald in die neuen Verhältnisse gefunden. Im Dienst verlangte er
von seinen Leuten sehr viel, versöhnte sie aber durch sein


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