Mit dem Rucksack nach Indien - Kurt Faber - Страница 1 из 285


Reise ins Morgenland unternahm, stand er, nach vielen bitterbösen
Jahren, auf der Höhe des Lebens und des Erfolges. Schon über
25 Jahre lang hatte er sich in allen Erdteilen und auf allen Meeren
den Wind ganz gehörig um die Nase wehen lassen. So wild aber auch
die Abenteuer gewesen waren, – mit unbeirrbarer Zähigkeit
hatte er sich durchgesetzt – und dabei sein empfängliches
Gemüt und sein ewig-junges Herz bewahrt. Seine scharf
geschliffenen und doch so taufrischen Reisebriefe an führende
Berliner Blätter, nicht minder seine in Buchform erschienenen
Reiseberichte hatten seinen Namen in alle deutschen Gaue getragen.
Für seine große Lesergemeinde war er zum »Deutschen
Wanderer« schlechthin geworden, – zu einem Mann, dessen
Name gleichsam ein Programm deutschen Fernwehs und deutschen
Selbstbewußtseins bedeutete. Die Lage Deutschlands nach
innen und außen begann im Jahre 1926 – in das diese
Indienreise fällt – in ihren entscheidenden Abschnitt zu
treten. Die Illusionen der Erfüllungspolitik zerplatzten wie bunt
schillernde Seifenblasen, und an ihre Stelle trat schreckliche
Ernüchterung. Das Heer der Arbeitslosen vermehrte sich unheimlich
und trieb die Massen zur Verzweiflung. Vom Schicksal selbst
schien es so bestimmt, daß der Deutsche für alle Zeiten ein
Bettler, der Paria der ganzen Welt sein solle. Diese
Weltuntergangsstimmung bildet den Hintergrund auch dieser bunten


-10     пред. Страница 1 из 285 след.     +10