Rund um die Erde - Kurt Faber - Страница 1 из 358


eines Grünhorns Vom Wandern . . .
»Dem will er seine Wunder weisen,
In Berg und Wald, in Strom und Feld.« Es ist wohl
nicht ein bloßer Zufall, der diesen Vers aus dem
»Taugenichts« vor meine Augen zaubert, gleich zu Anfang
dieser wilden Geschichten. In der Tat: wäre er nicht schon
vergeben von einem großen Dichter, so würde ich ihn hier
als Titel setzen und sehr passend finden: »Aus dem Leben
eines Taugenichts.« Von Leichtsinn und Tiefsinn will ich
erzählen, von der nimmer rastenden Unruhe, der gierigen Lust zu
erleben, vom Abenteuer, das durch die Länder geht. Vom
Wandern . . . »Das Sträußel am
Hute, den Stab in der Hand
Zieht fröhlich der Wandrer von Lande zu Land.«
So steht's in den Gedichten. Aber die Wirklichkeit sieht oftmals
anders aus. Es ist schon so, wie es bei Eichendorff geschrieben steht:
»Welt hat eine plumpe Pfote,
Poesie geht ohne Schuh.« Nicht nur Lerchen und
Nachtigallen und murmelnde Bäche und klappernde
Mühlenräder findet der Wandersmann auf seinem Wege. Er
muß auch Staub schlucken auf der langen Landstraße, er
muß auch tiefe Pfützen austreten, wenn es regnet, und wer
sich da nicht gleich zu Anfang an die Philosophie des Till
Eulenspiegel gewöhnt, der gehe lieber gar nicht erst unter die
Wandersleute, wenigstens nicht unter die, bei denen es im Leben nicht
langt zu einem Bädeker und nur allzuoft am Hotel bei Mutter


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