Tage und Nächte in Urwald und Sierra - Kurt Faber - Страница 1 из 364


Geratewohl, »auf blauen Dunst«, wie man zu sagen pflegt,
bin ich noch einmal in Südamerika gewesen. Und nun sitze ich noch
einmal hier, um diese neuesten Fahrten und Irrfahrten noch
nachträglich auf dem Papiere festzuhalten, wenn mir das alles
auch zunächst nicht so recht aus der Feder will.Die Schilderungen
meiner ersten Südamerika-Fahrt findet der Leser in dem Buche: Dem
Glücke nach durch Südamerika. Erinnerungen eines Ruhelosen,
von Kurt Faber. 15. Auflage 1926. (Lutz' Memoiren-Bibliothek.)
Wie kommt das nur? Diese Geschichten sind wohl alle noch zu aktuell,
als daß man immer darüber lachen könnte, es ist noch
zu viel Gegenwart darin, mit ihren Hoffnungen und Wünschen, mit
ihren Leiden und Leidenschaften. Dennoch habe ich die Feder tief
eingetaucht und gehe in meinen Gedanken um einige Jahre zurück in
jene schöne Zeit, da bei uns zu Hause eben der Dollar anfing,
sich blank und immer blanker zu putzen und sich schließlich auf
den Thron setzte als Kaiser von Deutschland, vor dem die höchsten
Herren die Honneurs machten und die vornehmsten Damen in einem
Hofknicks erstarben, so tief, und tiefer als je vor einem Fürsten
von Gottes Gnaden. Waren das damals nicht herrliche Zeiten? Der
Dollar stieg, wie das Wasser nach einem Sommergewitter, und mit ihm
stiegen Pfunde und Gulden und Schweizer Franken und tschechische
Kronen und brasilianische Milreis. Was Wunder, daß landauf,
landab die Sehnsucht lebendig wurde nach jenen unerhörten


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