Das Wesen des Christentums - Ludwig Feuerbach - Страница 1 из 689


zerstreuten, meist nur gelegentlichen, aphoristischen und polemischen
Gedanken des Verfassers über Religion und Christentum, Theologie
und spekulative Religionsphilosophie findet der geneigte und
ungeneigte Leser in vorliegendem Werke konzentriert, aber jetzt
ausgebildet, durchgeführt, begründet – konserviert und
reformiert, beschränkt und erweitert, gemäßigt und
geschärft, je nachdem es eben sachgemäß und folglich
notwendig war, aber keineswegs wohlgemerkt! vollständig
erschöpft, und zwar schon aus dem Grunde nicht, weil der
Verfasser, abgeneigt allen nebulosen Allgemeinheiten, wie bei allen
seinen Schriften, so auch bei dieser nur ein ganz bestimmtes Thema
verfolgte. Vorliegendes Werk enthält die Elemente,
wohlgemerkt! nur die und zwar kritischen Elemente zu einer Philosophie
der positiven Religion oder Offenbarung, aber natürlich, wie sich
im voraus erwarten läßt, einer Religionsphilosophie weder
in dem kindisch phantastischen Sinne unserer christlichen Mythologie,
die sich jedes Ammenmärchen der Historie als Tatsache aufbinden
läßt, noch in dem pedantischen Sinne unserer spekulativen
Religionsphilosophie, welche, wie weiland die Scholastik, den
Articulus fidei ohne weiteres als eine logisch-metaphysische Wahrheit
demonstriert. Die spekulative Religionsphilosophie opfert die
Religion der Philosophie, die christliche Mythologie die Philosophie
der Religion auf; jene macht die Religion zu einem Spielball der


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