Maskerade - Ludwig Fulda - Страница 1 из 130


Ludwig Fulda     Stuttgart und Berlin 1906
J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger  
  Erster Aufzug Zimmer bei Gerda Hübner.
Mitteltür und eine Seitentür rechts hinten; links zwei
Fenster, mit Blumenstöcken davor. Dutzendmäßige
Chambregarnie-Einrichtung. Rechts vorn Tisch mit Sesseln und
Stühlen; links vorn Schreibtisch. An der Mittelwand links
Kleiderschrank, rechts Kommode; in der Ecke rechts Ofen. Zwischen den
Fenstern Wandspiegel. Auf dem Schreibtisch Bücher und eine
große Photographie im Stehrahmen. Nur einige Bilder und
bescheidene Dekorationen an den Wänden bekunden den
persönlichen Geschmack der Bewohnerin. Erster Auftritt
Frau Schwalb . (Gleich darauf) Gerda Frau Schwalb
(sitzt auf einem Sessel, in ein Zeitungsblatt vertieft. Sie liest, die
Lippen bewegend und leise mitsprechend. Dazwischen trocknet sie sich
die Tränen, die ihr vor Rührung über die Wangen laufen)
Gerda (in Hut und Mantel, durch die Mitte, sieht sie sitzen;
erstaunt) Frau Schwalb . . .? Frau Schwalb
(erschrocken) Ach Herrje! – Nehmen Sie's man nicht für
ungut, Fräuleinchen, daß ich mir zu Ihnen 'reingesetzt
habe. Da drüben bei mir is es so duster, und den Gas will man
doch auch nich immer brennen am helllichten Tage. (Sie ist
aufgestanden) 6 Gerda (hat Hut und Mantel abgelegt und gibt
sie in den Schrank) Warum sollt' ich denn . . . (Sie


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