Kaspar Hauser - Augenzeugenberichte und Selbstzeugnisse - Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach - Страница 1 из 784


Ritter von Feuerbachs Priez pour le pauvre Gaspard
Verlaine Kaspar Hauser Nach dem
von Feuerbach in seinem Buche beigegeben Bildnis.
Vorwort Ungelöste Rätsel üben eine bestrickende
Anziehungskraft auf den Geist des denkenden Menschen aus. Das
eindeutig Klare wird festgestellt und beiseite gelegt, das
Geheimnisvolle lockt zu immer neuer Prüfung. Darf man sich da
wundern, daß das dunkle Geschick des Kaspar Hauser, der am 26.
Mai 1828 in Nürnberg auftauchte, unbekannt woher, und am 17.
Dezember 1833 durch einen Stich ins Herz in Ansbach starb, von Anfang
an Verstand und Gemüt der Menschen aufregte und bis in die
neueste Zeit hinein Hunderte von Federn in Bewegung setzte?
Erstaunen muß man aber über den verworrenen Widerstreit der
entgegengesetztesten Meinungen, der in den literarischen Erscheinungen
um Hauser zutage tritt. Fast scheint es ein hoffnungsloses Beginnen,
aus dem so unentwirrbar verfilzt sich darstellenden Durcheinander von
Verleumdung, Lüge, Haß, Wut, wie es vor allem der
Hauserliteratur der 70er und 80er Jahre sein abscheuliches
Gepräge aufdrückt, zu den klaren Linien geschichtlicher
Tatsächlichkeit zu gelangen. Man fragt sich, wie sind denn solche
Entgleisungen möglich in Büchern, die doch Geschichte
bringen wollen! Die Politik ist es, die auch hier den Charakter
verdorben hat. Gleich bei dem ersten Auftreten Hausers erhob sich


-10     пред. Страница 1 из 784 след.     +10