Merkwürdige Verbrechen in aktenmäßiger Darstellung - Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach - Страница 1 из 318


oder
der zweifache Raubmörder Tat und Tatbestand Zu
Nürnberg, in der großen, sehr gangbaren
Königsstraße, wohnte im eigenen Haus Christoph
Bäumler, ein achtbarer Bürger, der das dort so genannte
Geschäft der Großpfragnerei betrieb, das im Handel mit
Mehl, Hülsenfrüchten, Kerzen und dergleichen besteht, womit
zugleich das Recht einer Branntweinschenke verbunden ist. Er war erst
seit einigen Wochen Witwer und hatte nur eine Magd, Anna Katharina
Schütz, bei sich, mit der er sein Haus ganz allein bewohnte. Er
stand im Ruf eines sehr wohlhabenden Mannes. Bäumler
pflegte seinen Laden schon sehr früh, um fünf Uhr, zu
öffnen. Es fiel daher am Donnerstag, dem 21. September 1820, den
Nachbarn befremdend auf, als morgens sechs Uhr und auch noch
später dieser Laden verschlossen blieb. Neugier und Besorgnis
versammelte allmählich mehrere Personen vor dem Haus. Man
läutete, doch niemand regte sich. Endlich stiegen einige
Männer nach erhaltener Polizeierlaubnis auf einer Leiter in das
erste Stockwerk ein. Hier fielen ihnen sogleich die weit offenen
Türen der Stube und Kammer, ein aus der Kommode herausgezogenes
Schubfach, geöffnete Kleiderschränke und andere
Erscheinungen in die Augen, die sich beim ersten Blick als Spuren
eines Raubes zu erkennen gaben. Man eilte die Treppe hinab in den
Laden und sah hier in einer Ecke neben der Haustür den blutigen
Leichnam der Bäumlerschen Dienstmagd, Anna Katharina Schütz,


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