Bruchstück einer Hysterie-Analyse - Sigmund Freud - Страница 1 из 89


Der erste Traum Als wir gerade Aussicht hatten, einen
dunkeln Punkt in dem Kinderleben Doras durch das Material, welches
sich zur Analyse drängte, aufzuhellen, berichtete Dora, sie habe
einen Traum, den sie in genau der nämlichen Weise schon
wiederholt geträumt, in einer der letzten Nächte neuerlich
gehabt. Ein periodisch wiederkehrender Traum war schon dieses
Charakters wegen besonders geeignet, meine Neugierde zu wecken; im
Interesse der Behandlung durfte man ja die Einflechtung dieses Traumes
in den Zusammenhang der Analyse ins Auge fassen. Ich beschloß
also, diesen Traum besonders sorgfältig zu erforschen. I.
Traum: »In einem Haus brennt esEs hat nie bei uns einen
wirklichen Brand gegeben, antwortete sie dann auf meine Erkundigung. ,
erzählte Dora, der Vater steht vor meinem Bett und weckt mich
auf. Ich kleide mich schnell an. Die Mama will noch ihr
Schmuckkästchen retten, der Papa sagt aber: Ich will nicht,
daß ich und meine beiden Kinder wegen deines
Schmuckkästchens verbrennen. Wir eilen herunter, und sowie ich
draußen bin, wache ich auf.« Da es ein wiederkehrender
Traum ist, frage ich natürlich, wann sie ihn zuerst
geträumt. – Das weiß sie nicht. Sie erinnert sich
aber, daß sie den Traum in L. (dem Orte am See, wo die Szene mit
Herrn K. vorfiel) in drei Nächten hintereinander gehabt, dann kam
er vor einigen Tagen hier wiederEs läßt sich aus dem Inhalt
nachweisen, daß der Traum in L. zuerst geträumt worden ist.
. – Die so hergestellte Verknüpfung des Traumes mit den


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