Effi Briest - Theodor Fontane - Страница 1 из 406


Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu
Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille
Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein
rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst
auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann
über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit
einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und
Rhabarberstauden besetzten Rondell warf. Einige zwanzig Schritte
weiter, in Richtung und Lage genau dem Seitenflügel entsprechend,
lief eine ganz in kleinblättrigem Efeu stehende, nur an einer
Stelle von einer kleinen weißgestrichenen Eisentür
unterbrochene Kirchhofsmauer, hinter der der Hohen-Cremmener
Schindelturm mit seinem blitzenden, weil neuerdings erst wieder
vergoldeten Wetterhahn aufragte. Fronthaus, Seitenflügel und
Kirchhofsmauer bildeten ein einen kleinen Ziergarten
umschließendes Hufeisen, an dessen offener Seite man eines
Teiches mit Wassersteg und angekettetem Boot und dicht daneben einer
Schaukel gewahr wurde, deren horizontal gelegtes Brett zu Häupten
und Füßen an je zwei Stricken hing – die Pfosten der
Balkenlage schon etwas schief stehend. Zwischen Teich und Rondell aber
und die Schaukel halb versteckend standen ein paar mächtige alte
Platanen. Auch die Front des Herrenhauses – eine mit
Aloekübeln und ein paar Gartenstühlen besetzte Rampe –
gewährte bei bewölktem Himmel einen angenehmen und zugleich


-10     пред. Страница 1 из 406 след.     +10