Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane - Страница 1 из 218


Erstes Kapitel An dem Schnittpunkte von Kurfürstendamm und
Kurfürstenstraße, schräg gegenüber dem
»Zoologischen«, befand sich in der Mitte der siebziger
Jahre noch eine große, feldeinwärts sich erstreckende
Gärtnerei, deren kleines, dreifenstriges, in einem
Vorgärtchen um etwa hundert Schritte zurückgelegenes
Wohnhaus, trotz aller Kleinheit und Zurückgezogenheit, von der
vorübergehenden Straße her sehr wohl erkannt werden konnte.
Was aber sonst noch zu dem Gesamtgewese der Gärtnerei
gehörte, ja die recht eigentliche Hauptsache derselben ausmachte,
war durch eben dies kleine Wohnhaus wie durch eine Kulisse versteckt,
und nur ein rot und grün gestrichenes Holztürmchen mit einem
halb weggebrochenen Zifferblatt unter der Turmspitze (von Uhr selbst
keine Rede) ließ vermuten, daß hinter dieser Kulisse noch
etwas anderes verborgen sein müsse, welche Vermutung denn auch in
einer von Zeit zu Zeit aufsteigenden, das Türmchen
umschwärmenden Taubenschar und mehr noch in einem gelegentlichen
Hundegeblaff ihre Bestätigung fand. Wo dieser Hund eigentlich
steckte, das entzog sich freilich der Wahrnehmung, trotzdem die hart
an der linken Ecke gelegene, von früh bis spät aufstehende
Haustür einen Blick auf ein Stückchen Hofraum gestattete.
Überhaupt schien sich nichts mit Absicht verbergen zu wollen, und
doch mußte jeder, der zu Beginn unserer Erzählung des Weges
kam, sich an dem Anblick des dreifenstrigen Häuschens und einiger


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