Unterm Birnbaum - Theodor Fontane - Страница 1 из 140


(1885) Erstes Kapitel Vor dem in dem großen und
reichen Oderbruchdorfe Tschechin um Michaeli 20 eröffneten
Gasthaus und Materialwarengeschäft von Abel Hradscheck (so stand
auf einem über der Tür angebrachten Schild) wurden
Säcke, vom Hausflur her, auf einen mit zwei magern Schimmeln
bespannten Bauerwagen geladen. Einige von den Säcken waren nicht
gut gebunden oder hatten kleine Löcher und Ritzen, und so sah man
denn an dem, was herausfiel, daß es Rapssäcke waren. Auf
der Straße neben dem Wagen aber stand Abel Hradscheck selbst und
sagte zu dem eben vom Rad her auf die Deichsel steigenden Knecht:
»Und nun vorwärts, Jakob, und grüße mir
Ölmüller Quaas. Und sag ihm, bis Ende der Woche
müßt ich das Öl haben, Leist in Wrietzen warte schon.
Und wenn Quaas nicht da ist, so bestelle der Frau meinen Gruß
und sei hübsch manierlich. Du weißt ja Bescheid. Und
weißt auch, Kätzchen hält auf Komplimente.«
Der als Jakob Angeredete nickte nur statt aller Antwort, setzte sich
auf den vordersten Rapssack und trieb beide Schimmel mit einem
schläfrigen »Hüh« an, wenn überhaupt von
Antreiben die Rede sein konnte. Und nun klapperte der Wagen nach
rechts hin den Fahrweg hinunter, erst auf das Bauer Orthsche
Gehöft samt seiner Windmühle (womit das Dorf nach der
Frankfurter Seite hin abschloß) und dann auf die weiter
draußen am Oderbruch-Damm gelegene Ölmühle zu.
Hradscheck sah dem Wagen nach, bis er verschwunden war, und trat nun


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