Unwiederbringlich - Theodor Fontane - Страница 1 из 354


auf einer dicht an die See herantretenden Düne, lag das von der
gräflich Holkschen Familie bewohnte Schloß Holkenäs,
eine Sehenswürdigkeit für die vereinzelten Fremden, die von
Zeit zu Zeit in diese wenigstens damals noch vom Weltverkehr
abgelegene Gegend kamen. Es war ein nach italienischen Mustern
aufgeführter Bau, mit gerade so viel Anklängen ans
griechisch Klassische, daß der Schwager des gräflichen
Hauses, der Baron Arne auf Arnewiek, von einem nachgeborenen
»Tempel zu Pästum« sprechen durfte. Natürlich
alles ironisch. Und doch auch wieder mit einer gewissen Berechtigung.
Denn was man von der See her sah, war wirklich ein aus Säulen
zusammengestelltes Oblong, hinter dem sich der Unterteil des
eigentlichen Baues mit seinen Wohn- und
Repräsentationsräumen versteckte, während das
anscheinend stark zurücktretende Obergeschoß wenig
über mannshoch über die nach allen vier Seiten hin eine
Vorhalle bildende Säuleneinfassung hinauswuchs. Diese
Säuleneinfassung war es denn auch, die dem Ganzen wirklich etwas
Südliches gab; teppichbedeckte Steinbänke standen
überall die Halle entlang, unter der man beinahe tagaus, tagein
die Sommermonate zu verbringen pflegte, wenn man es nicht vorzog, auf
das Flachdach hinaufzusteigen, das freilich weniger ein eigentliches
Dach als ein ziemlich breiter, sich um das Obergeschoß
herumziehender Gang war. Auf diesem breiten, flachdachartigen Gange,
den die Säulen des Erdgeschosses trugen, standen Kaktus- und


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