Eine Hundegeschichte - Thilo Figaj - Страница 1 из 18


ein Collie, ich aber bin ein Presbyterianer. Das hat mir jedenfalls
meine Mutter so gesagt; ich selbst kenne mich mit diesen feinen
Unterschieden nicht aus. Für mich sind das nur nette, große
Worte ohne Inhalt. Meine Mutter hatte eine Vorliebe dafür, solche
großen Worte zu benutzen und sie liebte es, wenn die anderen
Hunde sie überrascht oder auch neidisch dabei ansahen, und sich
vielleicht wunderten, wie gebildet sie war. Tatsächlich war es
aber keine wirkliche Bildung, es war nur Angabe: sie schnappte solche
Worte auf, wenn sie mit Leuten im Esszimmer oder im Zeichenraum war,
auch wenn sie die Kinder in die Sonntagsschule begleitete; und immer
wenn sie dabei ein bedeutendes Wort aufnahm, sprach sie es sich wieder
und wieder vor, um es auswendig zu können bis zum nächsten
Dogmatiker Treffen in der Nachbarschaft, dann würde sie es
rauslassen, und alle damit überraschen oder ihnen damit auf die
Nerven gehen, gleich ob junger Welpe oder Mastiff, das war ihr
Belohnung für ihre Mühen. War einmal ein Fremder anwesend,
so konnte man sicher sein, dass er misstrauisch wurde, und sobald er
wieder Luft holen konnte, würde er nach der Bedeutung fragen. Und
sie würde sie ihm auch immer sagen. Natürlich hätte der
Fremde gedacht, er könnte sie dran kriegen, dann aber, wenn sie
ihre Erklärung abgegeben hatte, war er es, der vorgeführt
worden war; dabei hatte er es genau anders herum geplant. Die anderen


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