Der Eremit auf der Sierra Morena - Anastasius Grün - Страница 1 из 40


Nach dem Französischen frei erzählt.  
Begeistert von dem beglückenden Gefühle, einer aus den
Söhnen Frankreichs zu sein, welche der edelste Heldensinn nach
Spanien geleitet hatte, zog ich eben auf der Straße von Madrid
nach Sevilla; Müdigkeit und Gliederschwäche, die Folgen
einer Wunde, welche ich im letzten Gefecht erhalten hatte, zwangen
mich, hinter meinen Kriegsgefährten zurückzubleiben, die aus
Furcht eines Überfalles ihre Schritte beflügelt hatten. Ich
setzte mich auf eine Anhöhe von jener Gebirgskette, welche man
die Sierra Morena nennt, und wollte hier neue Kräfte sammeln,
meinen Marsch fortzusetzen, als ich plötzlich durch ein dumpfes
Ächzen aus dem Schlummer aufgeschreckt wurde, in den ich
unwillkürlich versunken war; ich horchte, mir kam es vor, als
hätte ich das Wehklagen eines Menschen vernommen. Ich stand auf,
wandte mich nach der Seite, woher die Stimme zu kommen schien; da ich
aber bald nichts weiter hörte, hielt ich alles dies für ein
bloßes Trugbild meines, durch so viele ausgestandene Drangsale
geschwächten Geistes. In dieser Überzeugung ging ich der
Straße zu, von welcher ich abgekommen war; plötzlich
wiederholte sich das Ächzen und schien aus dem Innern des Berges
hervorzudringen. Doch vergebens suchte ich nach dem Eingange, den ich
trotz meiner wiederholten Untersuchungen nicht auffinden konnte. Schon
fing ich an, mich von der Fruchtlosigkeit meiner mühsamen


-10     пред. Страница 1 из 40 след.     +10