Der rote Merkur - Auguste Groner - Страница 1 из 222


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mit freundlicher Genehmigung von
www.alte-krimis.de Erstes Kapitel.
Ein gräßlicher, naßkalter Tag war der
letzte Tag des Novembers. Vor einer Buchhandlung in der Wiener
Ringstraße schritt ein junger Mann fröstelnd auf und
nieder, ein recht hübscher Mensch. Eine große Ungeduld und
eine peinvolle Unruhe schienen ihn immer wieder auf und ab zu treiben.
Wie oft hatte er schon die Uhr gezogen, wie oft war er schon im
Begriffe gewesen, die Buchhandlung zu betreten! Endlich schlug
es zwölf von den Türmen, und gleich darauf traten drei
Herren aus der Buchhandlung auf die Straße heraus.
Merkwürdigerweise zog sich der so ungeduldig Wartende jetzt unter
den nächsten Torbogen zurück. Er ließ die beiden
vorderen vorbeigehen, erst den dritten, eine große und schlanke
Gestalt, rief er leise an. »Otto,« wiederholte er,
»komm mit mir. Wir gehen gleich hier durch.« Der
Angerufene schaute den Wartenden köpfschüttelnd an und
sagte: »Was bringt denn dich hierher? Und wie siehst du aus? Es
ist doch hoffentlich nichts geschehen, Fritz? Ist der Mutter etwas
zugestoßen? Hast du schlechte Nachrichten von daheim?«
Otto Falk faßte seines Stiefbruders Arm fest und zwang
ihn so, stehen zu bleiben. Seine Augen suchten jedoch vergeblich des
anderen Blick. »So rede doch!« drängte Otto.


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