So war mein Wien - Auguste Groner - Страница 1 из 160


alte Straßen, Plätze, Höfe in Wien Mit einem
Aquarell von Prof. Franz Kopallik
und zahlreichen Federzeichnungen von Igo Pötsch Verlag der
Waldheim-Eberle A.G. Wien – Leipzig
Der Stephansturm
(Ansicht vom Hofe eines Hauses in der Weihburggasse)
Nach einem im Besitze des Architekten Adolf Micheroli befindlichen
Aquarell von Prof. Franz Kopallik Vorwort Wien ist von
verschiedenen Standpunkten aus und von Historikern und Belletristen,
von militärischen Topographen und von Humoristen geschildert
worden. Lokalpatrioten haben es in ihren Schriften gepriesen und
griesgrämige Reisende haben es bekrittelt. Eine alte Frau
aber, die als Kind die Basteien, das Wasserglacis und das Elysium
gesehen hat und die beim Brand des Treumann-Theaters gewesen ist, hat
über Wien noch nicht geschrieben. So geschehe es denn!
In manchem der vielen Bücher, die ich geschrieben habe, war Wien
der Schauplatz der Begebenheiten, er wurde als Boden, auf dem sich die
Handlung abspielte, nur nebensächlich behandelt, nur skizziert.
Und als ich ehemals für düstere Geschichten dunkle Gassen
studierte und finstere Häuser und unheimliche Winkel kennen
lernte, als mir damals Altwiener Häuser mit ihrem graziösen
Barock-Schnörkelwerk und alte Höfe mit ihren steinernen
Brunnen und lauschigen Winkeln gar viel Liebes aus alten Zeiten


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