Detektiv Dagoberts Taten und Abenteuer. Band IV - VI - Balduin Groller - Страница 1 из 273


Novellen-Zyklus von Balduin Groller    
Leipzig
Druck und Verlag von Philipp Reclam jun.
[ca. 1910]     Vierter Band
Ein sonderbarer Fall. Man saß bei Tisch im Hause Grumbach,
und zwar wieder einmal zu dritt, der Hausherr, seine
liebenswürdige Gattin Frau Violet und der alte bewährte
Hausfreund Dagobert Trostler. Der weißbehandschuhte Diener
servierte eben die Suppe, als im Nebengemach die telephonische Klingel
ertönte. Auf einen Blick des Hausherrn begab sich der Diener zum
Apparat und kam nach wenigen Sekunden schon mit der Meldung
zurück: »Madame Meyer wird gebeten; es ist sehr
dringlich!« Die Hausfrau lächelte, machte aber gleich
darauf ein erschrockenes Gesicht. Sie hatte gelächelt, weil sie
den Sinn der sonderbaren Meldung sofort verstanden hatte. Sie
wußte, daß Polizeirat Doktor Weinlich und Dagobert sich
dieses eigentümlichen Decknamens bedienten, wenn sie miteinander
telephonisch verkehrten. Und erschrocken war sie dann, weil sie sich
gleich sagte, daß es mit dem geselligen Zusammensein bei Tische,
auf das sie sich wie immer gefreut hatte, nun auch schon sein Ende
habe. Das war sicher wieder irgend so eine Detektivsache, und wenn
Dagobert von so etwas hörte, dann war er einfach nicht zu halten.
Sein »Beruf«, sein »Geschäft« ging ihm
über alles. Tatsächlich erhob er sich sofort und legte seine
Serviette auf den Tisch. 4 »Aber, Dagobert,« flehte


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