Deutsche Mythologie - Brüder Grimm - Страница 1 из 2952


heidenthum befaßt, darf dessen wortbegrif nicht unbesprochen
bleiben. für andersgläubige völker hatten Griechen und
Römer keinen eignen namen (denn eteródoxoi,
bárbaroi galten nicht in solchem sinn); aber den Juden und
Christen des NT. stehen έθνος,
έθνεα,
εθνικοί entgegen, lat. gentes
und gentiles, Ulfilas braucht den pl. thiudôs, und gern im gen.
neben pron. thái thiudô, sumái thiudô (gramm
4, 441. 457). thiudiskôs verdeutscht
εθνικω̃ς Gal. 2, 14. da
vorzugsweise griechischer glaube dem jüdisch-christlichen
gegenüberstand, nahm auch ‛Έλλην
die bedeutung εθνικός an und
wir treffen
ελληνικω̃ς =
εθνικω̃ς, was dem Gothen
wiederum thiudiskôs gewesen wäre, wie ihm
‛Έλληνες thiudôs
sind, Joh. 7, 35. 12, 20. 1 Cor. 1, 24. 12, 13; nur 1 Cor. 1, 22.
zieht er Krêkôs vor. dies
‛Έλλην = gentilis stimmt auch zum
begrif von riese, der sich aus mehr als einem volksnamen (s. unten
Avar. Tschud) entwickelte: die griechischen mauern wurden zu
heidnischen, riesischen (cap. XVIII.). Ahd. verwendet noch Notker
den pl. diete für gentiles (Graff 5, 128). Unterdessen war der
engere begrif von pagus κώμη allgemeiner geworden
(ager, campus), wie er noch im it. paese, franz. pays lebt, und
paganus begann gentilis, das in den sinn von nobilis auswich, zu
verdrängen. in allen roman. sprachen gilt nun pagano, payen, ja
es ist ins böhm. pohan, poln. poganin, litth. pagonas


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