Die schönsten Kinder- und Hausmärchen - Brüder Grimm - Страница 1 из 1001


drei Söhne und weiter nichts im Vermögen als das Haus, worin
er wohnte. Nun hätte jeder gerne nach seinem Tode das Haus
gehabt, dem Vater war aber einer so lieb wie der andere, da
wußte er nicht, wie er's anfangen sollte, daß er keinem zu
nahe tät. Verkaufen wollte er das Haus auch nicht, weil's von
seinen Voreltern war, sonst hätte er das Geld unter sie geteilt.
Da fiel ihm endlich ein Rat ein, und er sprach zu seinen Söhnen:
»Geht in die Welt und versucht euch, und lerne jeder sein
Handwerk, wenn ihr dann wiederkommt, wer das beste Meisterstück
macht, der soll das Haus haben.« Das waren die Söhne
zufrieden, und der älteste wollte ein Hufschmied, der zweite ein
Barbier, der dritte aber ein Fechtmeister werden. Darauf bestimmten
sie eine Zeit, wo sie wieder nach Haus zusammenkommen wollten, und
zogen fort. Es traf sich auch, daß jeder einen
tüchtigen Meister fand, wo er was Rechtschaffenes lernte. Der
Schmied mußte des Königs Pferde beschlagen und dachte: Nun
kann dir's nicht fehlen, du kriegst das Haus. Der Barbier rasierte
lauter vornehme Herren und meinte auch, das Haus wäre schon sein.
Der Fechtmeister kriegte manchen Hieb, biß aber die Zähne
zusammen und ließ sich's nicht verdrießen, denn er dachte
bei sich: Fürchtest du dich vor einem Hieb, so kriegst du das
Haus nimmermehr. Als nun die gesetzte Zeit herum war, kamen sie
bei ihrem Vater wieder zusammen. Sie wußten aber nicht, wie sie


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