Die Dirne Elisa - Edmond de Goncourt - Страница 1 из 151


Neige, als im gelblichen Dämmerlicht eines Dezemberabends, im
unheimlichen Dunkel des Gerichtssaales, während eine Uhr, die man
nicht sah, eine gleichgültige Stunde schlug, umgeben von den
Assisen, deren Gesichter durch das Rot der Roben wie verlöscht
schienen, der Präsident den zahnlosen Mund öffnete, aus dem
wie aus einem schwarzen Loch das Resümee kam. Der Gerichtshof
hatte sich zurückgezogen, die Geschwornen befanden sich im
Beratungszimmer und das Publikum überflutete das Parkett. Hinter
den von Riemenzeug überkreuzten Rücken zweier
Gerichtssoldaten drängte man sich an den Tisch heran, auf dem die
Corpora delicti lagen, betastete die rote Soldatenhose, entfaltete das
blutbefleckte Hemd und versuchte das Messer durch das Loch der steif
gewordenen Leinwand zu stecken. Das Auditorium bot ein buntes
Bild. Die Kleider der Frauen hoben sich in leuchtenden Farben von den
düsteren Gruppen der Gerichtsbeamten ab. Im Hintergrunde
promenierte die rote Silhouette des Staatsanwalts Arm in Arm mit der
schwarzen Silhouette des Verteidigers der Angeklagten. Ein Polizist
saß auf dem Sessel des Gerichtsschreibers. Aber dieses
durcheinanderwogende Menschengewühl machte keinen Lärm, die
Worte schienen sozusagen erstorben und eine seltsame und unheimliche
Stille lag während dieses Zwischenakts über dem Saale.
Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach: die Frauen mit gesenkten
Augenlidern und verschleiertem Blick, die Vorstadtburschen auf der


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