Zwei Welten. Ein Marco-Polo-Roman. Band 1 - Egmont Colerus von Geldern - Страница 1 из 312


seiner Eltern brachte ihn durch achtzehn Jahre unstet von einer
Kleinstadt in die andere; österreichisch-gemütliche,
sonnig-enge Provinz war um seine ganze Jugend. Und ringsum rang eine
Welt nach neuer Form, gewann sie in sozialen Kämpfen, in den
Qualen des Krieges, in der Umwertung alter, in der Neuprägung
unbekannter Werte. Unbewußt fühlte es der Knabe
Egmont, wie die Menschheit von innen heraus wuchs. Nach geheimem
Gesetz, das noch keiner gedeutet hat und dem doch jeder Untertan ist.
Nur an der Art, wie sie sich nach außen hin abgrenzt, am
»Ausdruck« ist dem einzelnen frei zu schaffen verstattet.
Ausdruck, das ist ein Druck nach außenhin, ein kraftvolles
Abtasten von Bereichen, die erst dem Menschen von morgen wesenhaft
erreichbar sein werden. Die Zeit arbeitete in dem Knaben, in dem
Jüngling, aber sie wurde erst spät zu einer klar wirkenden,
bewußt schaffenden Kraft. Er studierte, er erlebte den
Krieg, er ging zu Gericht wie hundert andere Juristen, fand
schließlich ein Amt, das seinem scharf sichtenden Geist
besonders zusagte, ein Amt, in dem Zahlen das Bestimmende waren und
doch auch ein Leben lebten, zu Schau und Überblick, Wegweiser und
Beratung, zu Formel und Gesetz wurden. Im Bundesamt für Statistik
fand Dr. Egmont Colerus für sein eigenes Leben eine Umrahmung.
Und jetzt begann sich auch das zu gestalten, was in ihm zur
wirkenden Form werden sollte. Er schrieb sein erstes Buch


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