Jens Larsen - Elisabeth Goedicke - Страница 1 из 191


laut über den Hof. Sie bekam keine Antwort. Einen
Augenblick blieb sie noch in der Tür stehen, die vom Hause nach
dem Hof führte, und sah sich nach allen Seiten um, da aber
nirgends etwas zu hören oder zu sehen war, ging sie nach dem
Kuhstall hinüber. Es war Melkzeit. Line, das
Jungmädchen, lachte natürlich gerade und versetzte der
›Schwarzlotte‹ einen Schlag, weil sie nicht stillstehen
wollte. Die beiden wurden immer nicht so recht miteinander fertig. Sie
waren wohl beide noch nicht gesetzt und bedächtig genug.
»Hest Vater nich' 'sehn?« rief Gesine ihr zu.
»Nee!« Sie ging nun weiter, den Mittelgang entlang
bis zum Jungvieh, wo sie jemand herumhantieren hörte. Es war der
Kuhknecht, der beim Füttern war. Nun wiederholte sie ihre Frage
und bekam die gleiche Antwort. Jens Larsen war nicht da und war auch
nicht dagewesen. Sie hatte es nicht sehr eilig und blieb noch bei den
Kälbern stehen. »De von de Bleß hett sick ober
rutmakt,« meinte sie. »Jawoll, dat's nu unser
Best,« sagte der Knecht. »Na, komm!« Sie
wollte dem kleinen, rotbraunen Kalbe den Kopf krauen, aber es
nahm die Liebkosung ungnädig auf, stemmte sich mit seinen
steifen, dünnen, ungeschickten Beinen fest gegen den Boden und
schob den ganzen Oberkörper so weit zurück, wie es ihm
möglich war. »Lütt Dummerjahn!« lachte
Gesine und wandte sich wieder zum Gehen. Wenn der Vater um diese


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