Aphorismen - Emil Servatius Gött - Страница 1 из 43


Die Schnuppen, die der Himmel speit,
Die Funken, die vom Ambos sprühen,
Sind auch an keine Schnur gereiht –
So mag auch dieses fallen und verglühen.
    C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
Oskar Beck – München 1911  
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  Es gibt kein Ende: jeder Augenblick ist ein
Anfang von Ewigkeit.     Ein jedes Ding ist
so alt wie die Welt selbst; nur seine Form ist neu – aber diese
Form ist das Ding.     Die Gewichte an der
Weltenuhr sind gewiß – Imponderabilien!  
  Daß der Kosmos sich nicht um die Erde dreht, das
sehen wir heutzutage mit den modernen Augen; die Möglichkeit
aber, daß er sich nicht um uns Menschen dreht, die darf nicht
einmal berührt werden, obwohl man insgeheim sie manchmal
überlegt. Sie ist das Skelett im Hause, das nur die enfants
terribles der Philosophie nicht respektieren.  
  Die Überzeugung von einem harmonischen Endspiel des
Lebens und Weltprozesses hat vielleicht mehr als nur Ähnlichkeit
mit der optischen Täuschung von dem Zusammenlaufen der
Eisenbahnschienen.     Die weichen
verachteten Massen, die leicht von den Elementen hinweggespült
wurden, waren Schutz, Hülle und Träger der Kolosse, die wir
bewundern.     In dem Hauche, den ich auf
die blanke Messerklinge tue, zieht, indes mein Auge seinem Verwehen


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