Gedichte - Emil Servatius Gött - Страница 1 из 20


Nehmt's als einen Brief
Für die vielen, die ich verwachte
Verträumte
Verschlief         Was in
mir lachte
Krachte
Und schäumte,
Hier liegt's klar, kühl und tief.  
  C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
Oskar Beck — München 1911    
I.        
Das Beste, was ich habe,
Ist meine Liebe zu dir,
Und dieses Beste – sieh her!
Fühle her! –
Mit deinen Händen beiden in der Wunde,
Die es breit in die Seite mir reißt,
Opfr' ich den ewigen Göttern.
Opfr' ich – wem?
Empfängt es einer
In den Tiefen der Welt?
Nickt mir segnend ein Haupt?
Entbrennt ein Aug,
Seinen Tränen wehrend,
In Liebe zu mir?
Nein – dem leisen,
Doch unausweichlichen
Druck des Gesetzes in mir
Dampft es.
Ich bin das Opfer,
Ich führe das Messer,
Und ich –
Empfange.    
        O süße Angst,
Die dich um mich verklärt,
Weil du dich bangst,
Daß mich die Glut verzehrt;
Die Glut für dich
Und für die große Welt,
Die pfeilrecht mich
Nach oben hebt und tödlich innen schwellt.


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