Gedichte - Franz Grillparzer - Страница 1 из 6


singen will,
Sucht er einen Ast,
Nur die Lerche trägt beim Sang
Eigne, leichte Last. Doch der Fink, die Nachtigall,
Selbst der muntre Spatz
Wählen, eh' die Kehle tönt,
Für den Fuß den Platz. Gebt mir, wo ich stehen
soll,
Weist mir das Gebiet,
Und ich will euch wohl erfreun
Noch mit manchem Lied. Denn in Deutschland weht der Sturm

Sturm, man weiß, ist Wind –,
Wähnen, wenn der Ast sie schnellt,
Daß sie flügge sind. Und hier Landes dunkelt's
tief,
Nacht wie Pech und Harz,
In den Zweigen nächst dem Stamm
Nisten Dohlen schwarz. Kauz und Eule dämisch dumm
Schaun zum Astloch raus,
Nur der Starmatz schwatzt vom Platz,
Kanzelt für das Haus. Tiefer unten aber steigt's
Auf vom Boden dumpf,
Und die Frösche quaken laut
Aus verjährtem Sumpf. Und so schweb ich ew'gen Flugs
zwischen Erd' und Luft,
Und kein Platz dem müden Fuß,
Als dereinst die Gruft. Italien Franz Grillparzer
Schöner und schöner schmückt sich der Plan,
Schmeichelnde Lüfte wehen mich an!
Fort aus der Prosa Lasten und Müh'
Zieh' ich zum Lande der Poesie. Gold'ner die Sonne, blauer die
Luft,
Grüner die Grüne, würz'ger der Duft!
Dort an dem Maishalm, schwellend von Saft,
Sträubt sich der Aloe störrische Kraft; Ölbaum,
Cypresse, blond du, du braun,
Nickt ihr wie zierliche, grüßende Frau'n?


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