Alle jagen John Mulligan - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 216


Abenteuerroman (1860) 1. Kapitel In früheren
Jahren war Australien nichts als eine Verbrecherkolonie, und immer
neue Schiffsladungen voll Missetäter wurden von England aus
hinübergeschickt. Zugleich aber gingen auch einzelne freie
Ansiedler in das ferne Land, die sich, unbekümmert um das rohe
Gesindel umher, da niederließen und Ackerbau oder Viehzucht
trieben. Ihr Leben dort verlief aber nicht so glatt und
einförmig, wie das jetzt wohl der Fall ist, wo sie sich um wenig
mehr als ihre Felder und Herden zu kümmern haben. Auch die
Polizei hatte mehr zu tun als die unsrige – wenn ich auch nicht
sagen will, daß sie sich mehr beschäftigte –,
und die kühnsten und unternehmendsten Leute wurden ihr
eingereiht. Es galt jedoch nicht nur nächtlichen und scheuen
Dieben aufzulauern, sondern oft den entsprungenen und zur Verzweiflung
getriebenen Sträflingen draußen im Freien zu begegnen, und
in dem weiten, wilden Lande gehörte dazu nicht allein eine
zähe Ausdauer, sondern auch ein fester Mut, der vor keiner Gefahr
zurückschreckte. Die Polizei war deshalb militärisch
organisiert, und die Polizeioffiziere hatten völlig freie Hand,
nach eigenem Gutdünken mit hinreichender Mannschaft oft gar nicht
unbedeutende Streifzüge zu unternehmen. Man mußte sie eben
von leeren Förmlichkeiten entbinden, um ihr freie Hand zu lassen,
dem Augenblick nach zu handeln; denn häufig war es nötig,
sehr schnell einen entscheidenden Streich gegen irgendeine der im


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