Der Fischfang am Mississippi - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 15


Am Ufer des Mississippi, im westlichen Tennessee, stand am Rande einer
kleinen, kaum begonnenen Lichtung eins der unscheinbaren, niederen
Blockhäuser, die überall, roh aus unbehauenen Stämmen
aufgeführt, im westlichen, noch nicht stark bewohnten Theile von
Nordamerika gefunden werden. Der Ansiedler, ein junger Mann Namens
Dehart, hatte sich wenige Wochen nach seiner Verheiratung aus
Kentucky, wo ihm die Bevölkerung zu dicht wurde, an das Ufer des
Mississippi nach Tennessee zurückgezogen und nur darum das
gesündere Klima des älteren, bergigen Staates gegen den
ungesunden Boden des neu angebauten, sumpfigen Landstriches
vertauscht, um, wie tausend Andere an demselben Strome, Klafterholz
aus den gewaltigen Stämmen, welche die Thäler füllten,
zu hauen und es dann an die vorbeifahrenden Dampfboote zu verkaufen.
Auf das Holz selber hatte er freilich das nämliche Recht, welches
etwa der Kaiser von China oder irgend eine andere, unbekannte
Herrlichkeit beanspruchen konnte. Mit den Gesetzen seines
Vaterlandes übrigens genau bekannt, errichtete er dort eine
kleine Hütte oder »ein Haus«, wie er's nannte, und
fällte munter darauf los, was ihm, unter dem Rechte der
Ansiedelung – preemption right – auch Niemand verwehren
konnte. In der That war es aber keineswegs seine Absicht, den Fieber
erzeugenden Landstrich längere Zeit zu bewohnen, als er
gebrauchen würde, eine hinlängliche Summe mit dem darauf


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