Der Flatbootmann - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 200


Landung Den breiten, mächtigen Mississippi belebte im Monat
Juni des Jahres 1850 eine außergewöhnlich große
Anzahl von Booten, die alle die Produkte des Nordens den
südlicher gelegenen Städten, wie der Hauptstadt Louisianas,
New Orleans, entgegenführten. Der Sommer rückte weiter
und weiter vor, und die unbehilflichen ›Flatboote‹,
breite, lange, viereckige Kästen, die ganz von der Strömung
abhängen, beeilten sich soviel als möglich, den Fluß
hinabzukommen, um die südlichen Plätze noch vor dem
Eintreten der ungesunden Jahreszeit zu erreichen und wieder verlassen
zu können. Hier und da kamen die Boote einzeln herunter, die
Leute faul auf dem leicht gerundeten Deck ausgestreckt und die Stunden
in lässiger Ruhe verträumend. Dann und wann sah man aber
auch ganze Trupps, von weitem einer Anzahl Schachteln nicht
unähnlich, die von eines mutwilligen Knaben Hand dem Wasser
preisgegeben worden. Und doch bergen diese von ungehobelten Planken
roh genug hergestellten Fahrzeuge oft die wertvollsten Ladungen, von
ihren Eigentümern leichtsinnig dem tückischen Strom
anvertraut. Versichert war wenigstens keins derselben, und kamen sie
glücklich an den Ort ihrer Bestimmung, so blieb ihm ein reicher
Verdienst ziemlich gewiß. Hatten sie aber unterwegs ein
Unglück, ei nun, so war das eben ein Fall, den niemand
ändern konnte, und der frühere Eigentümer kehrte in
seine Heimat zurück und begann dort mit seiner Arbeit von neuem,


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