Der Freischütz - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 38


aus dem Dresdner Leben (Vgl. Der Freischütz von Friedrich
Kind, Musik von Carl Maria von Weber)
  »Heute, Montag den 26. Februar, in
Kurfürstens Hof: »Der Freischütz«. Schauspiel
mit Chören, in vier Aufzügen. Um gütigen Besuch bittet
Johann Magnus.«
  »Wo ist denn Kurfürstens Hof?« frug
ein junger Mann in schwarzer Sammtmütze und blauer Pikesche den
vorbeistürmenden Kellner, als er eben den oben angeführten
Satz seinem mit ihm an ein und demselben Tisch sitzenden Freund
vorgelesen hatte. »Elbberg,« rief der Schooßlose
und drängte sich, die ganze Hand voll Bierkrüge, wobei er an
jedem Finger wenigstens drei zu tragen schien, durch ein eben
eintretendes Rudel neuer Gäste, um früher erhaltene
Aufträge zu erfüllen. Weitere Aufklärung war
augenscheinlich von diesem hochfrisirten Ganymed nicht mehr zu
erlangen; vom nächsten Tisch aber bog sich sehr artig ein alter
Herr in schneeweißen Haaren und grüner Brille herüber,
und erwiderte auf die wenn auch nicht an ihn gerichtete Frage:
»Unten, nicht weit von der Elbe, auf dem sogenannten Elbberg,
dort kann Ihnen jedes Kind das verlangte Haus zeigen.« Der
junge Mann dankte und wandte sich wieder an seinen Gefährten, der
indessen ebenfalls das Blatt genommen und die kurze Anzeige gelesen
hatte. »Da müssen wir auf jeden Fall hin, Osfeld; es
wird auch die höchste Zeit sein, denn es hat schon Acht
geschlagen.« »Wir kommen noch früh genug,«


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