Der Kunstreiter - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 482


heute, bei dem außerordentlich freundlichen und warmen Wetter,
reges Leben. Dieser Platz lag am entferntesten von dem
Meßtreiben, das gerade jetzt die übrige Stadt
erfüllte, und, zahlreiche Equipagen fuhren auf und ab,
während das schattige Laub der Parkanlagen selbst eine Menge
Fußgänger angelockt hatte. Da kam plötzlich eine ganz
ungewohnte Bewegung in die vor wenigen Minuten noch so ruhig
Promenierenden. Ein großer Volkshaufe wälzte sich von oben
die breite Hauptstraße herab, und die Equipagen drehten um und
fuhren aus dem Wege, während die meisten der Fußgänger
dem Schwarme ebenfalls auszuweichen suchten. Zwei junge Damen, von
einem Kürassieroffizier begleitet, blieben unschlüssig
stehen und sehen den Weg hinauf. »Wenn wir
zurückgehen,« sagte die ältere von ihnen, »so
verfehlen wir jedenfalls den Papa, der gerade in dieser Stunde aus dem
Ministerium kommt, und wir haben versprochen, ihm bis hierher entgegen
zu gehen. Was kann das nur sein?« »Jedenfalls irgend
ein Meßzug,« erwiderte der Offizier, »wenn wir einen
Augenblick in der Veranda jenes Cafés Schutz suchen, wird sich
die Menge vorüberwälzen und verlaufen.« Unter der
mit allen möglichen Blumen und Pflanzen der Tropenwelt
geschmückten Veranda fand sich so nach und nach in gleicher
Absicht eine zahlreiche Gesellschaft von Herren und Damen ein, und wie
sich dort eine Menge Bekannte trafen, sammelten sich plaudernd und


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