Der Osage - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 15


fernen Westen von Missouri, an der Grenze des Osagen-Gebiets, wo nur
erst wenige der kühnen Pionniere, die den zurückweichenden
oder vielmehr zurückgetriebenen Indianern auf dem Fuße
folgen, ihre Blockhütten aufgeschlagen hatten, wo sie jagten und
fischten und sich dabei ein klein wenig Mais zogen – gerade so
viel, als sie unumgänglich haben mußten, um nicht ohne Brod
zu sein; da, wo sogar jetzt noch der Elk oder Riesenhirsch seine
Fährten dem fetten Boden der Flußthäler eindrückt
oder die weite, endlose Prairie durchstreift, zog eines Morgens ein
weißer Jäger, die Büchse auf der Schulter, das Messer
an der Seite, in der gewöhnlichen Tracht der
»Hinterwäldler«, nur mit Schuhen anstatt Moccasins an
den Füßen, und mit einer grauen, runden Filzmütze auf
dem Kopf, leise und vorsichtig durch den dichten Wald, der sich hier
und da in kleinen offenen Stellen lichtete und die Aussicht auf
schmale, mit hohem Gras bewachsene Prairien oder Steppen
gewährte. Es war ein wunderlieblicher Maimorgen, wohl noch
etwas frisch, die Sonne aber, die schon über die Baumwipfel
hinüberschaute, meinte es gut, sandte ihre warmen Strahlen durch
das dichte Laubwerk der Bäume und trocknete den Thau, der in
schweren, großen Tropfen an den Grashalmen hing. Der
Jäger war schon den ganzen Morgen umhergestrichen; aber obgleich
er mehrere Hirsche in dem thauigen Gras gespürt und ihren
Fährten eine Zeit lang gefolgt war, obgleich er selbst ein paar


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