Der Schiffszimmermann - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 73


wogte die See und warf nur wie spielend ihre durchsichtigen tief
blauen, silber beschäumten Wogen gegen die Korallenriffe von
Tubuai, der Hauptinsel einer kleinen Gruppe von Eilanden im Stillen
Meere, deren Palmen die milde Luft durchrauschten und über deren
bis zur höchsten Kuppe bewaldeten Bergen der Himmel sich rein und
sonnig spannte. Am sandigen Korallenstrand spielten, als die
Schatten länger wurden und das heiße Taggestirn sich mehr
und mehr dem Horizont zuneigte, eine ganze Schar bronzefarbiger
munterer Kinder, haschten sich, indem sie über die scharfen
Korallenstücke mit den nackten Sohlen hinliefen, als ob ihre
Füße mit Leder und Eisen gegen jede Verletzung
geschützt wären, oder schaukelten sich an langen, aus
Kokosfaser gedrehten und in den Kronen der Palmen befestigten Seilen
herüber und hinüber – jetzt weit über das
blaugrüne Binnenwasser hinaus, über das die mächtigen
Bäume ihre Wipfel neigten, jetzt hinein in das Guiaven- und
Orangendickicht, mit keckem Fuß die Gefahr abwehrend, gegen
irgendeinen der nahen Stämme geschleudert zu werden. Die
erwachsenen Männer lagen behaglich ausgestreckt im Schatten eines
kleinen Orangen- und Bananenhains, dessen Ausläufer wunderlich
starrästige Pandanusbäume bildeten, und schauten teils den
Spielen der Kinder zu, teils ziemlich gleichgültig nach einem in
der Ferne sichtbar gewordenen Segel, das mit der leichten Brise
langsam näher kam. – Geschäftiger dagegen waren die


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