Der Walfischfänger - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 43


der Nähe der Westküste Amerikas, aber noch weit aus Sicht
von Land, kreuzte ein Walfischfänger, um dort nach Fischen
auszusehen. Es war ein Nordamerikaner, die Martha's Vineyard
– ein Schiff, das nach der Insel gleichen Namens getauft worden
und von dort aus auch seine Bemannung hatte. So seetüchtig und
gut gebaut die amerikanischen Schiffe aber auch sonst gewöhnlich
sind, die Martha's Vineyard machte davon eine Ausnahme, und der
Reeder, der sie in New York von einem Holländer alt gekauft und
wohl frisch angemalt, aber sonst in einem desolaten Zustand gelassen
hatte, hoffte das wenige dafür ausgelegte Geld gleich mit der
ersten Walfischfahrt herauszuschlagen, wenn es dann auch keine zweite
machte. Die Hauptsache blieb nur, tüchtige Leute dafür zu
gewinnen, und deshalb taufte er auch das alte Gretje von Rotterdam,
welchen Namen die Bark vielleicht schon dreißig Jahre
geführt, nach der Insel Martha's Vineyard, die ihrer Seeleute
wegen berühmt ist, und erreichte dadurch seinen Zweck vollkommen.
Die Zeiten waren in Amerika nicht besonders. Der Krieg hatte
gerade begonnen, und er fand Leute genug für die Bemannung, die
denn auch mit dem alten Kasten getrost in See gingen und erst
draußen, als es zu spät war, merkten, welchem Fahrzeug sie
sich eigentlich anvertraut, um darauf eine mehrjährige Reise zu
machen. Walfischfänger müssen sich nämlich stets darauf
gefasst machen, drei Jahre auszubleiben, ehe sie ihr Schiff


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