Die Ahnung - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 43


Begebenheit Draußen über die Haide tobte und wetterte der
Sturm, heulte durch die blattlosen Baumwipfel der Eichen und zischte
und flüsterte in den dichten Nadeln des benachbarten
Schwarzholzes. Der Mond war hinter schweren Wolken verschwunden,
trüb' und düster lag die Nacht auf der Erde, und der Orkan,
der sich von den Geistern der Luft die tollen Weisen aufspielen
ließ, ras'te mit der Windsbraut über den weiten Plan, durch
Bergesschlucht und einsames Thal, und über die starren, drohenden
Felsenkämme der trotzig ihm die Stirn bietenden
Gebirgsrücken hin. So draußen im Freien. Aber fast noch
tolleres Spiel trieb er um die Wohnungen der schüchtern
zusammengedrängten Menschen. Hui! – wie das um die Giebel
pfiff und splitterte, wie die Windfahne auf dem alten Pastorhause
kreischte und knarrte, daß selbst der hoch und altersgrau
daneben aufstarrende Schornstein den Lärm endlich satt bekam und
bald links in den dunkeln Hof, bald rechts in den feuchten Garten
hinuntersah, als ob er nur noch nicht recht wisse, in welchen von
beiden er zuerst kopfüber hineinspringen solle. Wie's an den
alten, morschen Fensterrahmen riß und klapperte, und seine Kraft
an den breitästigen Birn- und Apfelbäumen versuchte, die
schon so lange Jahre dem Sturm getrotzt, und sich jetzt, bei den
erneuten Angriffen, nur noch immer fester und hartnäckiger mit
den weitgespreizten Wurzeln in die Erde hineinklammerten. Viele,
viele Stunden lang trieb er's so, und vergebens hatten die


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