Die Nacht auf dem Walfisch - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 31


Der englische Walfischfänger König Harold kreuzte in der
Nähe der Kingmills-Gruppe, ziemlich unter der Linie, auf
Spermfische, in der Absicht die Wintermonate hier zuzubringen, um mit
Beginn des Frühjahrs wieder nach Norden auf den Fang des rechten
Walfisches aufzulaufen. Vergebens waren sie aber jetzt monatelang hin-
und hergefahren und durch die sonst besten Jagdgründe für
diese Fische wieder und wieder auf- und abgesegelt. Die Ausgucks in
den Tops der Masten, die dort oben den ganzen Tag gehalten werden, um
nach etwa auftauchenden Fischen auszuschauen, und einander zu gewissen
Stunden ablösen müssen, blieben still und stumm, und wenn
wirklich einmal ein Ruf kam, glaubte schon niemand mehr daran. Solche
Meldungen hatten sich bis jetzt auch fast jedes Mal als ein nicht zu
gebrauchender Finnback oder vielleicht eine school kleinerer
Braunfische ausgewiesen, auf die man nicht Jagd machen wollte. Die
Sonne brannte dabei heiß und sengend auf das ihren vollen
Strahlen preisgegebene Deck nieder; und das Schiff, so still und
reinlich, mit den kleingerefften Segeln in der leichten Brise, sah
gerade so aus, als ob es hier an einem freundlichen, aber etwas langen
Sonntagnachmittag zum Vergnügen herumfahren und eben keinen
andern Zweck, kein bestimmteres Ziel kenne. Die Leute haben dabei
natürlich immer ihre Arbeit: Segel müssen ausgebessert, das
Takelwerk, stehendes wie laufendes, muss nachgesehen werden; die Eisen


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