Die Vertreibung der Mormonen aus Missouri - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 49


Missouri Vor der Thür eines kleinen Blockhauses, dessen
Inneres zu einem Waarenlager und Laden eingerichtet war, hatte sich
ein halbes Dutzend Männer, Jäger und Landleute, versammelt,
und schien in einem sehr hitzigen Streit über Kirche und Politik,
den besonders Zwei von ihnen mit besonderem Eifer fortführten,
begriffen. Keiner von diesen wollte nachgeben, und drohende Worte
waren schon Beiden entflohen, als ein alter grauhaariger Mann zwischen
sie trat und den jüngeren, während er ihm freundlich die
Hand auf die Achsel legte, mit sich hinwegzuführen versuchte.
– »Kommt, Greenford,« sprach er leise,
»laßt den Zank sein, Ihr erntet keine Ehre dabei ein, und
überdies hat ja Jeder seine besonderen Meinungen.«
»Ich bin nicht streitsüchtig,« entgegnete der junge
Mann leicht besänftigt – »möchte auch Keinem
wehe thun – es ist aber verdammt hart, daß man es ruhig
mit anhören soll, wie diese Mormonen Alles auf der Welt, selbst
unsern Präsidenten und die Vereinigten Staaten,
herunterreißen, um nur ihre eigene Religion und
Staatseinrichtung in die Wolken zu heben. – Sie sollten doch
wenigstens bedenken, daß sie hier auf unserem Grund und Boden
wohnen und leben und den Schutz unserer Gesetze für sich und ihre
Familien genießen.« »Auf Eurem Grund und
Boden?« fiel der Mormone spöttisch ein – »den
Schutz Eurer Gesetze? Wem gehört denn dies Land, als den wahren
Gläubigen, den Heiligen, den Höchsten? Hat uns nicht Gott


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